Ein Baby verändert alles. Neben Glück und Vorfreude können nach der Geburt auch Erschöpfung, Sorgen oder Überforderung entstehen. Das ist nicht ungewöhnlich und kein Zeichen von Schwäche. Wichtig ist, psychische Belastungen früh wahrzunehmen. Genau dabei unterstützt UPlusE: ein digitales Screening rund um die U3 oder U4, das Eltern unkompliziert den Weg zu Beratung und Behandlung erleichtert. Die ersten Wochen mit Baby sind intensiv. Vieles ist neu, die Nächte sind kurz, der Alltag muss sich erst einspielen. Manche Eltern spüren in dieser Zeit: „Ich freue mich natürlich über mein Kind und trotzdem geht es mir nicht gut.“
Bis zu 15 Prozent der Mütter und etwa fünf Prozent der Väter können nach der Geburt von einer Depression betroffen sein. Medizinisch spricht man von einer postpartalen Depression, also einer Depression nach der Geburt. Sie kann sich zum Beispiel durch anhaltende Niedergeschlagenheit, starke Erschöpfung, innere Leere, Schuldgefühle, Schlafprobleme oder das Gefühl zeigen, dem Alltag nicht mehr gewachsen zu sein.
Psychische Belastungen können auch die Eltern-Kind-Beziehung beeinflussen. Denn wenn ein Elternteil sehr erschöpft oder belastet ist, fällt es oft schwerer, feinfühlig auf die Signale des Babys zu reagieren. Umso wichtiger ist es, früh hinzuschauen — nicht mit Druck, sondern mit Verständnis und Unterstützung.
Was ist UPlusE?
UPlusE ergänzt die U-Untersuchungen Ihres Kindes um einen Blick auf die psychische Gesundheit der Eltern. Vor der U3 oder U4 beantworten Mutter oder Vater über die PraxisApp „Meine pädiatrische Praxis“ einige Fragen zum eigenen Wohlbefinden und zu möglichen Belastungen im Alltag.
Das Screening ist digital, standardisiert und unkompliziert. Die Ergebnisse werden anschließend in der Praxis für Kinder- und Jugendmedizin besprochen. Gibt es Hinweise auf eine stärkere Belastung oder eine mögliche Depression, erhalten Eltern Informationen zu passenden Beratungs- und Hilfsangeboten.
So kann Unterstützung dort ansetzen, wo Familien ohnehin gut begleitet werden: in der Kinder- und Jugendarztpraxis.
Warum das wichtig ist
Viele Eltern sprechen psychische Belastungen nach der Geburt nicht von selbst an. Manche denken: „Ich müsste doch eigentlich glücklich sein.“ Andere möchten niemandem zur Last fallen oder schämen sich für ihre Gefühle.
Dabei gilt: Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke. Wer früh Unterstützung bekommt, kann besser für sich selbst sorgen und damit auch für das Baby.
Mit UPlusE möchten wir Familien genau dabei unterstützen: Belastungen und Erkrankungen früh erkennen, passende Hilfe ermöglichen und die Eltern-Kind-Beziehung im ersten Lebensjahr stärken.
Gesundheit von Familien im Fokus
Die Gesundheit junger Familien liegt uns besonders am Herzen. Deshalb haben wir als Konsortialpartner die Studie „UPlusE“ über den Innovationsfonds mit initiiert. Die Teilnahmemöglichkeit an der Studie endete im November 2025.
Als einzige Kassenart in Deutschland führen die Betriebskrankenkassen UPlusE ab dem 1. Juli 2026 in angepasster Form im Rahmen des Premiumprogramms STARKE KIDS by BKK fort. Ziel ist es, dass mehr betroffene Eltern frühzeitig Beratung und Unterstützung erhalten.
UPlusE wird zudem als präventiver Ansatz im aktuellen Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention hervorgehoben.